Fachwerkhaus und Fachwerkhäuser (Bauarten und Planung)
Fachwerk ist eine gewichtsparende Stabkonstruktion, die vor allem bei der Konstruktion von Häusern (Schweizerisch: Riegelhaus), Brücken, Türmen und im Flugzeugbau eingesetzt wird. Als Baustoff wird Holz oder Metall verwendet.
Konstruktion
Das Fachwerk ist ein besonderes statisches System, bei welchem keine Biegemomente auftreten. Alle Verbindungen sind als Biegegelenke ausgeführt. Es treten nur Normalkräfte (Längskraft im Stab) auf. Beim Hausbau werden die Wände durch ein Gerüst aus Holz gebildet, dessen Zwischenräume (Gefache) ein Holzgeflecht mit Lehmbewurf ausfüllt. Die Gefache können jedoch auch mit Backsteinen ausgemauert sein, mit Lehmbausteinen verbaute werden verputzt. Man unterscheidet dabei zwischen dem mittel- und oberdeutschen Firstsäulenbau sowie dem niederdeutschen Zweiständerbau bzw. dem Vierständerhaus. Der Fachwerkbau ist ein Skelettbau.
Als Holzart wird zumeist Stieleiche oder Traubeneiche verwendet, da sie witterungsbeständig ist und Fäulnis widersteht.
Bauteile
Die Hölzer haben einen Querschnitt von 10 x 10 bis 18 x 18 cm. Aufeinander treffende Teile werden meist verzapft und mit Holznägeln gesichert. Dabei werden die Löcher leicht versetzt gebohrt, damit die Zapfen ins Zapfenloch gezogen werden. Die verwendeten Holznägel haben einen Druchmesser von etwa 2 cm und sind mindestens 2 cm länger als die Stärke des Balkens beträgt, sie stehen über. Die vertikalen Hölzer werden als Pfosten, Stiel, Stütze, Stab oder Ständer, die leicht schräg stehenden als Strebe bezeichnet, die horizontalen als Schwelle, Rähm, Riegel oder Pfette. Im Winkel von 45° verlaufende Hölzer zur Querstabilisierung nennt man Bänder, sie verbinden die senkrecht aufeinander stehenden Teile. Streben sind oft symmetrisch angeordnet und zeigen dann meist nach oben und außen. Hier Werbung !
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